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    Juergen Polinske 
     [General Cónsul - Alemania]


    Wie`s zusammengehört?

    I.

    Gaza

    Ghetto

    Gitter aus
    Der eisernen Seele
    Zerschossener Häuser

    Wahrheit?

    Weichsel

    Warschau
    Wieder ein Winter
    45
    Im Frühjahr 2010?

    II.

    Gaben und

    Güter und

    Grüße und
    Gutes Essen, Werkzeuge und Beton
    Den Seelen Körper zu geben
    Den Körpern neue Kraft
    Dem Stahl wieder Halt
    Der Schiffsbauch war voll davon

    III.

    Ein junger Hund jault auf
    Dem Marktplatz von Bernau
    Bei Berlin
    Sein Herrchen ließ ihn sitzen
    Vor der Tür der Deutschen Bank

    Jürgen Polinske 03.06.2010
    Consul de Poetas del Mundo en Berlín


    Blaues, ursprünglich Blaues
    Kreta - 9/ 2005

    Knossos
    vor hohen Bergen
    im Raum der offenen Türen
    daß Wind hindurchgeht
    an hinterster Hauswand
    blau, wie um die Insel das Meer
    die Delphine im Spiel

    An anderer Wand
    weit offen der Raum
    daß Wind hindurchgeht im Spiel
    Im Flug, zwischen Blumen gemalt, der Vogel
    Blau, wie Himmel über Insel und Meer

    Blau vermischt mit Grün
    der Quetzal-Vogel - Edelsteinflug
    sein Leben in Bergen, unterm Himmel, am Meer
    am anderen Weltenende
    offener Raum
    daß Wind hindurchgeht im Spiel

    Jürgen Polinske

    Hänselstr. 53
    12437 Berlin

    Jahrgang 195

    Augen Lesen -
    [die Bibliothekspraktikantin]


    für Frau de Gouverneur

    Zu Haus in Peru ist sie der Sonne nah
    Berge dort ragen höher als meine hier auf
    Was ich in ihren Augen brennen sah
    schien Heimat zu sein, des Lebens Lauf
    Ein riesiges Reich, fruchtbar, kein Hunger im Land
    und doch nicht die gerechteste der Welten
    Welch Untertan wollte seinen Herrscher schellten
    den, der von allen der Inka genannt
    Sie glüht, selbst wenn sie hinter Lidern mit den Augen rollt
    Glanz, Augenleuchten, Abglanz nur vom Inkagold
    Erinnern flammt, wie Quipus brannten, vom Mais das Korn
    Hitze wie vom Sabancaya, des Vulkanes Glut
    Freiheit zu versuchen, des Lautarios Mut
    und von Atahualpa auf sie gekommener Zorn

    ?volution
    12/ 2005

    Klingt ungewöhnlich
    Fernsucht, Sehn-Weh
    Verändern
    im Fluss bleiben
    am Fluss Urubamba

    Castro, Chavez, Morales jetzt
    Ein Aymara ist Erster
    im Befrierland, Simon
    Coca betäubt Hunger
    weicht der Quinua
    Quinua macht satt
    und
    Jubel ist in Cochabamba

    La Paz' Menschen sind noch weit weg vom Frieden
    da geschieht mir zu Haus aus der Ferne das Weh
    träum ich Mensch
    such Sehnen zu stillen
    Fernweh Sehnsucht
    in Cochabamba klingen

    biografia:

    Ich bin seit 1980 verheiratet und wir haben zwei Söhne. Seit 1990 als Magazinmeister/ Obermagaziner in der Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin tätig. Es gibt einen Lyrikband 'in guter Gesellschaft' und Veröffentlichungen in diversen Anthologien. Vor zwei Jahren stieß ich zum jetzigen Karlshorster Dichterkreis.

    juergen.polinske@ub.hu-berlin.de

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